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Klassische und zeitgenössische Musik Aus Finnland

Zum ersten Mal hat Music Finland eine Compilation zusammengestellt, welche sich auf klassische und zeitgenössische Musik aus Finnland konzentriert.

„In Finnland gibt es eine ausgesprochen lebendige Neue-Musik-Szene. Niemand braucht einem Dogma zu folgen, vielmehr erwächst aus der Verbindung von Kreativität und Können künstlerische Eigenständigkeit. Die Zusammenarbeit von Komponisten und Interpreten bringt immer wieder Neues und Interessantes zu Gehör. Das hohe Niveau des Musiklebens sorgt zudem dafür, dass Finnland seine Solisten und Dirigenten mit der ganzen Welt teilen kann."

Topi Lehtipuu, Tenor und Leiter des Festivals Helsingin juhlaviikot (Festwochen Helsinki)

Zum ersten Mal hat Music Finland eine Promotionscompilation mit klassischer und zeitgenössischer Musik aus Finnland zusammengestellt. Die erste der zwei CDs stellt unter dem Motto „Inspiriert von der Mitternachtssonne“ finnische Orchester, Ensembles und Künstler wie das Finnische Barockorchester, Olli Mustonen und Meta4 vor, welche sich mit klassischer Musik befassen. Die zweite CD mit dem Titel „Nordische Landschaften“ befasst sich mit zeitgenössischer Musik finnischer Komponisten wie Lotta Wennäkoski und Jukka Tiensuu.


Künstler und Komponisten

CD 1: Inspiriert von der Mitternachtssonne

Spotify Playlist

Christoph Graupner (1683–1760): Suite für Traversflöte, Viola d’amore, zwei Chalumeaus, Barockhorn, Streicher und Cembalo F-Dur, GWV 451. II Air 
Finnisches Barockorchester
Sirkka-Liisa Kaakinen-Pilch, Dirigentin und Viola d’amore
Petra Aminoff, Traversflöte
Tindaro Capuano, Chalumeau
Asko Heiskanen, Chalumeau
Krzysztof Stencel, Barockhorn

Das Kernrepertoire des 1989 gegründeten Finnischen Barockorchesters besteht naturgemäss aus Barockmusik, aber es entstanden auch neue Werke für das Ensemble. Den reichen Klang des Orchesters konnte das Publikum unter anderem schon in Haus- und sogar in Liegekonzerten geniessen.


Johann Sebastian Bach (1685–1750): Suite a-Moll (original g-Moll) BWV 995. Gavotte I – Gavotte II en Rondeau
Ismo Eskelinen, Gitarre und Bearbeitung

Die internationale Karriere von Ismo Eskelinen nahm einen stürmischen Aufschwung, als der erst 17-jährige Gitarrist gleich mehrere Wettbewerbe gewann, darunter den Gargnano-Preis, den Leo-Brouwer-Preis und den Wettbewerb der Guitar Foundation of America. 

Domenico Scarlatti (1685–1757): Sonate c-Moll, K22 Allegro
Janne Rättyä, Akkordeon

Janne Rättyä ist einer der international erfolgreichsten finnischen Akkordeonisten. Rättyä arbeitet mit vielen bedeutenden Komponisten zusammen und hat ihm gewidmete Werke unter anderem von Aldo Clementi, Dieter Schnebel, Gerhard Stäbler, Uljas Pulkkis und Iris ter Schiphorst uraufgeführt.

Alexander Skrjabin (1872–1915): Etüde b-Moll op. 8 Nr. 11 (Andante cantabile)
Olli Mustonen, Klavier

In Olli Mustonens Karriere verbindet sich in außergewöhnlicher Qualität die Arbeit als Pianist mit der als Dirigent und Komponist. In allem, was er tut, sind Präzision, Sensibilität und Elan gegenwärtig.

Jean Sibelius (1865–1957): Lemminkäinens Heimkehr op. 22 Nr. 4
Finnisches Radiosymphonieorchester
Hannu Lintu, Dirigent

Das 1927 gegründete finnische Radiosymphonieorchester (RSO) ist das Orchester des staatlichen finnischen Rundfunks, das regelmässig weltweit konzertiert. Zu seinen Aufgaben gehört die Förderung der finnischen Musikkultur. Hannu Lintu, der 2013 den Posten als neunter Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters angetreten hat, ist einer der international gefragtesten finnischen Dirigenten.

Béla Bartók (1881–1945): Streichquartett Nr. 5 Sz 102. Scherzo. Alla bulgarese
Meta4 Quartett

Das vielgepriesene und gefragte Meta4-Quartett gehört zu den erfolgreichsten finnischen Streichquartetten. Es hat mit seinem Spiel Publikum und Kritiker verzaubert und einheimische wie auch internationale Auszeichnungen gesammelt.

Pehr Henrik Nordgren (1944–2008): Kuvia maaseudun menneisyydestä (Bilder von der Vergangenheit auf dem Land) Op. 139. 5. Pelimanni (Der Spielmann)
Ostbottnisches Kammerorchester
Juha Kangas, Dirigent

Das in Kokkola beheimatete Ostbottnische Kammerorchester ist besonders für seinen vollen und homogenen Klang bekannt, den es in langjähriger Arbeit kultiviert hat. Juha Kangas, der das Orchester 1972 gründete, arbeitet immer noch als dessen Ehrendirigent.

Einojuhani Rautavaara (*1928): Syksy virran suussa (Herbst an der Flussmündung) (1965/1995)
Text: Toivo Pekkanen
Ylioppilaskunnan Laulajat
Matti Hyökki, Dirigent

Der 1883 gegründete Studentenchor Ylioppilaskunnan Laulajat (YL) ist Finnlands ältester finnischsprachiger Chor und einer der weltweit bedeutendsten Männerchöre. Zu denjenigen Komponisten, die dem Chor besonders viele Werke gewidmet haben, gehört Einojuhani Rautavaara

Aulis Sallinen (*1935): Konzert für Klarinette, Viola und Kammerorchester Op. 91 (2006–2007). II Les Jeux
Finnisches Radiosymphonieorchester
Okko Kamu, Dirigent
Christoffer Sundqvist, Klarinette
Tommi Aalto, Viola

Okko Kamu hat unter anderem als Chefdirigent des finnischen RSO, der Osloer Philharmoniker und des Singapore Symphony Orchestra gearbeitet. Der Erste Soloklarinettist des RSO, Cristoffer Sundqvist, ist als Solist mit nahezu allen finnischen Orchestern aufgetreten und zudem ein aktiver Kammermusiker. Bratscher Tommi Aalto ist seit 1991 Stimmführer im RSO. Aulis Sallinen ist vorwiegend als Opernkomponist von internationalem Niveau bekannt, aber er hat auch acht Symphonien und zahlreiche Solokonzerte und Kammermusikwerke geschrieben.


CD 2: Nordische Landschaften 

Spotify Playlist

Markus Fagerudd (*1961): In F (I Dream of Bob Beamon) (2013). Bluesoresque I
Petri Kumela, Gitarre
Heikki Nikula, Bassklarinette

Markus Fagerudd ist ein Komponist, der sich flexibel zwischen verschiedenen Stilen bewegt. Zu den Musikern, mit denen Fagerudd regelmäßig zusammenarbeitet, gehört der preisgekrönte Gitarrist Petri Kumela, der immer wieder neue Werke für sein Instrument in Auftrag gibt. Heikki Nikula, Bassklarinettist des Philharmonischen Orchesters Helsinki und des Avanti!-Ensembles, begleitet ihn.

Lotta Wennäkoski (*1970): Soie (2009). III Soie
Finnisches Radiosymphonieorchester
Dima Slobodeniouk, Dirigent
Kersten McCall, Flöte

Die Komponistin Lotta Wennäkoski wird oft als sensible Lyrikerin beschrieben, aber der poetische und empfindsame Tonfall ist nur ein Aspekt ihrer modernistischen Ästhetik. Auf der Aufnahme leitet der in Moskau geborene und in Finnland ausgebildete Dima Slobodeniuk das RSO, und den anspruchsvollen Solopart spielt der preisgekrönte deutsche Flötist Kersten McCall.

Osmo Tapio Räihälä (*1964): Aflao Highway (2010). More Than Able
Matilda Kärkkäinen, Klavier

Osmo Tapio Räihälä hat einen ganz eigenständigen, auf freier Tonalität basierenden Stil entwickelt, in dem auch Anspielungen auf seine Herkunft aus der Rockmusikszene hörbar sind. Die Pianistin Matilda Kärkkäinen, die Aflao Highway uraufgeführt hat, schließt derzeit ihre künstlerische Promotion ab.

Magnus Lindberg (*1958): Graffiti (2009). Takt 682–Ende
Finnisches Radiosymphonieorchester
Sakari Oramo, Dirigent
Kammerchor Helsinki

Magnus Lindberg, der zu den anerkanntesten finnischen Komponisten gehört, ist composer-in-residence des London Philharmonic Orchestra, und seine Werke werden regelmäßig auf der ganzen Welt aufgeführt. Die Aufnahme wird von Sakari Oramo geleitet, der von 2003-2012 Chefdirigent des RSO war. Der Kammerchor Helsinki ist der einzige aus professionellen Sängern bestehende Kammerchor Finnlands.

Perttu Haapanen (*1972): Amygdala (2008/2009). 2. Dysphemia
Mikko Raasakka, Klarinette

Der Modernist Perttu Haapanen gehört zu den führenden finnischen Komponisten seiner Generation; er arbeitete zudem auch als künstlerischer Leiter des Festivals „Musiikin aika“. Raasakka ist freischaffender Musiker, der alle Instrumente der Klarinettenfamilie gleichermaßen beherrscht und 2005 mit einer Arbeit über neue finnische Klarinettenmusik promoviert wurde.

Kaija Saariaho (*1952): La Passion de Simone (2006). Un voyage musical en quinze stations. Première Station
Libretto: Amin Maalouf
Dawn Upshaw, Sopran
Finnisches Radiosymphonieorchester
Tapiola Kammerchor
Esa-Pekka Salonen, Dirigent

Kaija Saariaho zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Komponistinnen. Zentral für den Stil der in Paris lebenden Komponistin ist die Spannung zwischen Klang und Geräusch und ein experimentierfreudiger Umgang mit Klangfarben und Elektronik. Das Oratorium La passion de Simone, für die US-amerikanische Starsopranistin Dawn Upshaw geschrieben, leitet Esa-Pekka Salonen, dessen Karriere als Dirigent und Komponist gleichermassen sensationell ist.


Tomi Räisänen (*1976): Under the Apple Tree (2004). 5 Stücke für Blockflötenquartett. IV Jaspi
Bravade Quartett:
Sunniva Fagerlund
Pauliina Fred
Hanna Haapamäki
Hanna Kangasniemi

Der in vielen internationalen Kompositionswettbewerben erfolgreiche Tomi Räisänen ist ein fruchtbarer Komponist, dessen Werke in über 40 Ländern aufgeführt wurden. Zu den kompositorischen Mitteln, mit denen er arbeitet, gehören Elektroakustik, Zwölftönigkeit und Free Jazz-Elemente. Das Bravade-Quartett hat sich in seiner umfangreichen Konzerttätigkeit auf Renaissance-Blockflöten konzentriert; das Repertoire des Ensembles reicht von der Musik des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Werken.

Jukka Tiensuu (*1948): Missa (2007). II. Kyrie
Philharmonisches Orchester Helsinki
John Storgårds, Dirigent
Kari Kriikku, Klarinette

Jukka Tiensuu ist nicht nur Komponist, sondern auch Cembalist, Pianist und Dirigent, dessen weitgespannte musikalische Welt sich von der Aleatorik bis zum Serialismus und von der Mikrointervallik bis zu elektroakustischen Mitteln erstreckt. Der vielfach ausgezeichnete Klarinettist Kari Kriikku, künstlerischer Leiter des Avanti!-Ensembles, hat zahlreiche Komponisten zu neuen Werken inspiriert und ist ein regelmäßiger Interpret von Tiensuus Musik, unter anderem mit einem Dutzend Aufführungen von dessen Klarinettenkonzert Missa. Der Dirigent John Storgårds ist seit 2008 Chefdirigent des ältesten professionellen Symphonieorchesters in Nordeuropa, des Philharmonischen Orchesters Helsinki.

Juhani Nuorvala (*1961): Concertino (2001) 
Harri Mäki, Bassettklarinette

Juhani Nuorvalas Musik wird oft als „urban“ bezeichnet. Ein großer Teil seiner Kompositionen basiert auf Mikrotonalität, und all diese Elemente verschmelzen zu einem wiedererkennbaren Stil. Die Version des Concertino für Klarinette und Zuspielband basiert auf dem von Tapiola Sinfonietta und dessen Soloklarinettisten in Auftrag gegebenen Klarinettenkonzert, das zu Nuorvalas beliebtesten Werken zählt.

Sami Klemola (*1973): Feed für Flöte, Bassklarinette, Harfe, Klavier, Violoncello, E-Gitarre, Crackle Box und Zuspielband (2013)
defunensemble

Der vielseitige Komponist und Klangkünstler Sami Klemola hat Komposition an der Sibelius-Akademie, am Konservatorium in Amsterdam und am IRCAM in Paris studiert. Für die Tampere Biennale 2016 wurde er zum künstlerischen Leiter ernannt. Klemola hat neben normaler Konzertmusik auch viele interaktive Klanginstallationen geschaffen und arbeitet zudem als künstlerischer Leiter des auf elektroakustische Musik spezialisierten defunensemble. Die Gruppe gibt regelmäßig neue Werke in Auftrag und macht internationale elektroakustische Musik in Finnland bekann.

Fragen zur Compilation beantwortet Kristiina Vuorela, Promotions- und Projektleiterin Klassik und zeitgenössische Musik.


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