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Jenseits von Genre

Olavi Louhivuori sorgte 2002 als Schlagzeuger des Ilmiliekki Quartet, das finnische und nordische Jazzauszeichnungen einheimste, für Aufruhr in der Szene. Seitdem ist der ruhelose Multiinstrumentalist mit der Genregrenzen überschreitenden Band Oddarrang und vielen weiteren in Europa und den USA aufgetreten, während er gleichzeitig für Orchester und elektronische Soloalben komponiert.

Olavi Louhivuori sorgte 2002 als Schlagzeuger des Ilmiliekki Quartet, das finnische und nordische Jazzauszeichnungen einheimste, für Aufruhr in der Szene. Seitdem ist der ruhelose Multiinstrumentalist mit der Genregrenzen überschreitenden Band Oddarrang und vielen weiteren in Europa und den USA aufgetreten, während er gleichzeitig für Orchester und elektronische Soloalben komponiert.

„Mein Problem ist, dass ich gerne viele verschiedene Dinge mache. Und es muss immer ein schräger Aspekt vorhanden sein,“ sagt Olavi Louhivuori mit einem Grinsen während er in einem Café-Waschsalon am Töölö-Platz in Helsinki sitzt.

„Ich würde sagen, dass 85% von dem was ich mache mehr oder weniger Jazz ist, während meine Solosachen elektronischer, experimenteller sind, und Oddarrang nicht länger Jazz ist. Ich würde sagen, es ist ein experimentelles, instrumentelles Etwas…wenn ich es kategorisieren müsste.“

Louhivuoris Karriere macht klar, dass es nicht nötig ist Musik zu kategorisieren. Seine Arbeit mit Sinfonieorchestern, Big Bands, kleinen Ensembles und als Solokünstler zeigt seine Vorliebe für zahlreiche Genres von freiem zu Mainstreamjazz, Ambient, Folk, Hip Hop und progressivem Rock und klassischer Musik. Nichts davon passt wirklich in eine Schublade.

Beweisstück A: Der majestätische Zusammenfluss von elektronischer Space-Musik, Postrock, Krautrock, Blues und kirchlichen Klängen auf dem vierten Album seiner Hauptband Oddarrang. Das Album 'Agartha' teilt sich beinahe einen Namen mit Miles Davis‘ Livealbum von 1975, 'Agharta'. Zu dieser Zeit bewegte sich der Trompeter weiter vom Jazz weg hin zu einer neuen Art von Fusion – wie Oddarrang es während ihrer 13 Jahre langen Karriere gemacht haben.

Leben veränderndes Miles Album 


Doch es war Davis‘ Livealbum von vor einem Jahrzehnt früher das Louhivuori den Weg wies.

„Als ich etwa 16 Jahre alt war bekam ich von meinem Freund Janne Halonen, der nun das Helsinki-Cotonou Ensemble leitet, einige Alben. Das wichtigste war Miles‘ 'My Funny Valentine/Plus 4 and More'. Das war für mich Leben verändernd. Es fungierte als Motivator. Ich war mir sicher, dass esdas ist was ich tun will. Ich transkribierte alles was der 18-jährige Schlagzeuger Tony Williams auf dem Album macht. Und das öffnete die Türe zu vielen weiteren fantastischen Alben.“

Als er etwa neun Jahre alt war startete Louhivuori eine Schulband namens Rocking Stones mit Pianist Joona Toivanen – in dessen Trio er ein Viertel Jahrhundert später immer noch spielt. „Jonna brachte diese unglaublichen Songs, die wir am Frühlingskonzert der Schule spielten, wie Peaches en Regalia von Frank Zappa und Watermelon Man von Harbie Hanckock,“ erinnert er sich.

War diese Fusionmelodie mit ihren vielen modalen Skalen und unregelmässigen 16tel Noten nicht etwas schwierig für die Jungs?

„Wir dachten nicht darüber nach,“ schmunzelt Louhivuori. „Wir haben einfach gespielt!“

Mit Elf lernte Louhivuori durch seinen Vater, einem Musikprofessor an der Universität Jyväskylä, Jazz kennen.

„Er nahm mich mit in eine lokale Jazzbar um einen seiner Kollegen, Petri Toiviainen, ein Hirnforscher und toller Jazzpianist, zusammen mit Schlagzeuger Rami Väyrynen zu sehen. Rami wurde mein Lehrer und später spielten mein jüngerer Bruder Kalevi Louhivuori und ich im selben Club.“

In der Oberschule waren die Louhivuoris und Toivanen häufig bei Jamsessions im Club anzutreffen, der jetzt unter dem Namen Poppari bekannt ist. Louhivuori spielt immer noch mit den Alumni dieser Szene wie Gitarrist Halonen, Bassisten Tapani Toivanen und Pianist Tuomo Uusitalo – mit welchem er diesen September in New York Aufnahmen machte. Um den Kreis zu schliessen spielt Myles Sloniker, der mit Ron Carter, Bassist auf Davis‘ 'Agharta', studierte, mit der Gruppe.

 
Es ist eine Familienangelegenheit


Louhivuoris offene Einstellung und angeborene Musikalität wurden von der Familie mit fünf Geschwistern und den Musiklehrereltern gefördert. Alle spielten ein Instrument, aber Louhivuori sagt Versuche als Familienband zu spielen endeten oft in Gezanke. Dennoch haben viele später zusammengearbeitet, auch in gemeinsamen Bands mit ihren Cousins, den Ikonens, einer anderen berühmten Musikerfamilie.

Louhivuori spielt mit seinem Bruder Kalevi im Sun Trio, und hat ein Album für Eva & Manu, das Folk-Pop-Duo seiner jüngeren Schwester produziert. Seine älteste Schwester Aino Peltomaa singt auf 'Agartha', während sein Cousin Osmo Ikonen bei Oddarrang für Cello, Keyboard und Gesang verantwortlich ist. Ein weiter Cousin, Tuomo Prättälä, spielt Keyboard in der Band von Louhivuoris Frau Emma Salokoski.

„Als wir Kinder waren brachte mich Tuomo zum Hip Hop,“ sagt Louhivuori. „Er zeigte mir coole Rapbands wie De La Soul, A Tribe Called Quest und Guru, der Jazzsamples benutzte. So brachten mich also diese afro-amerikanischen Rhythmen und der Groove irgendwie zum Jazz.“

Neben Ikonen spielt er am häufigsten mit Kalevi. Ihr Sun Trio hat eben erst ein neues Album veröffentlicht, und ist diesen Herbst in Japan und Finnland auf Tour. „Natürlich haben Brüder komplizierte Beziehungen, aber mit Kalevi ging es immer um das Erschaffen anstatt um Konkurrenz. Es mag Rivalitäten geben, aber es ist für beide inspirierend. Wir treiben einander auf eine gute Weise an.“

Kalevi, der auch mit den Northern Governors und der Ricky-Tick Big Band auftritt, bewundert die Disziplin seines Bruders. „Das besondere an Olavi ist sein grosser Ehrgeiz im Schlagzeugspiel und Komponieren,“ sagt er. „Ich war immer beeindruckt, wie viel und konsistent er übt, acht Stunden am Tag. Er ist auch sehr vielseitig beim Komponieren.“

 
Sich treiben lassen

Die Geschwisterrivalitäten im Sun Trio werden vom Bassisten Antti Lötjönen, der mit Olavi auch in der Rhythmusgruppe von Ilmiliekki und der Free Jazz-Gruppe Liberty Ship spielt, geschlichtet.

„Antti ist der Bassist mit dem ich seit meinem Umzug nach Helsinki 2002 am engsten zusammengearbeitet habe,“ sagt Louhivuori. „Wir sind als Musiker zusammen erwachsen geworden, und können mehr oder weniger die Gedanken des anderen lesen.“

Neben Liberty Ship spielt Louhivuori auch in einer weiteren freien Improvisationsgruppe, dem Olavi Trio.

„Beide Gruppen haben die gleiche Philosophie: Wir lassen uns treiben, und denken an nichts; wir tauchen ein,“ erklärt er.

Das Olavi Trio heisst so, weil alle Mitglieder Olavi als ersten oder zweiten Vorname haben. Das Trio ist verspielter, und reflektiert die Persönlichkeit von Gründungsmitglied und Bassistveteran Teppo Hauta-aho

„Er bringt dieses Element an Freude und Spass mit,“ sagt der Schlagzeuger. Kürzlich hat das Trio ein Album mit US-Trompetenpionier Wadada Leo Smith aufgenommen, welches nächstes Jahr erscheinen wird.

Das Olavi Trio fand ursprünglich 2004 an einer Geburtstagsfeier für den französischen Produzenten und Promoter Charles Gil zusammen, der heutzutage Direktor des Raahe Jazz on the Beach-Festivals ist. „Auf der Bühne hat Olavi ein intuitives Gespür für das musikalische Bild, in welchem er sich befindet,“ bemerkt Gil.


Oddarrangs schräge Arrangements


Nirgendwo ist das klarer als bei der Band Oddarrang, die 2003 von Olavi Louhivuori gegründet wurde, und deren Name von „odd arrangement“ (schräges Arrangement) kommt. Obwohl es keine Jazzgruppe war, erhielt die melodische neue Band schnell den finnischen Emma (Grammy) Jazzpreis.

„Manche Leute versuchen Oddarrang als Jazz zu kategorisieren, vielleicht, weil ich einen Jazz-Hintergrund habe. Aber es ist etwas ganz Anderes,“ sagt Louhivuori. „Die Songs sind ziemlich gut strukturiert und sorgfältig geschrieben, aber ich lasse Platz damit etwas passieren kann. Wir haben ein paar Songs, die beinahe komplett improvisiert sind. Aber wir spielen keine Soli. Wir versuchen diese Farben und Klänge zusammen zu finden; es ist eher wie Noise oder Ambient.“

Die ungewöhnliche Instrumentation des Quintetts wird von Ilmari Pohjolas Posaune und Osmo Ikonens Cello angeführt. Weiter Mitglieder sind Lasse Sakara (Gitarre) und Lasse Lindgren (Bass).

Ikonen sagt, dass „die Band von fünf Typen geformt wird, und jeder hat seinen einzigartigen Sound und seine Ideen, aber Olavi hat das letzte Wort in welche Richtung wir gehen. Er hat eine sehr melodische Herangehensweise an das Schlagzeugspiel. Er denkt immer an das Gesamtbild, anstatt sich nur darauf zu konzentrieren den Rhythmus zu halten.“

„Die Songs auf dem neuen Album wurden von Olavi, Lasse Lindgren und mir selbst komponiert, aber Olavi ist für das Gesamtdesign zuständig. Der Sound ist elektronischer da wir mit Synths und Schlagzeugprogrammierung experimentiert haben,“ fügt er hinzu.

Louhivuori bemerkt, dass der Grossteil der Bandmitglieder auf 'Agartha' Vintage Roland Synthesizers spielen, was er als Post-Rock bezeichnet.

„Ich habe viel alte elektronische Musik wie Brian Eno, Tangerine Dream, Cluster und Ash Ra Temple gehört. Ich interessiere mich wirklich für die Bewegung vom deutschen Krautrock zum Ambient Electronic-Bereich, und wie moderne Klassik involviert war. Sie haben Anfang der 50er Jahre damit angefangen, mit Tapes zu experimentieren. Die ganze deutsche Avantgarde-Szene, die klassischen Modernisten, waren ihre Vorfahren. Ich interessiere mich sehr für diese Periode, und das kann man auf dem Album hören.“

Oddarrangs drei erste Alben, beginnend mit 'Music Illustrated' vor zehn Jahren, enthielten subtilen, wortlosen Gesang oder Vokalise. Nun finden sich auf Ikonens Admiral Byrd’s Flight zum ersten Mal tatsächliche Texte – ein paar kurze Zeilen auf Englisch, beinahe begraben im mysteriösen Mix. Sie scheinen sich auf den amerikanischen Forscher Richard Byrd zu beziehen, der behauptet der Erste gewesen zu sein, der den Nordpol auf dem Luftweg von Norwegen aus erreicht hat.


Nordische Verbindungen


Norwegen ist für Louhivuori ein zweites musikalisches zu Hause. Er spielt dort mehr als in Finnland, in einer Vielzahl an Gruppen mit Bassist und Gitarrist Mats Eilertsen. Und während einige sagen, dass Oddarrangs Name Norwegisch klingt, wird gesagt das in der Musik Bands wie Sigur Rós wiederhallen – obwohl dies vom isländischen Gitarristen Sigurdur Rögnvaldsson, der letzten Frühling zeitweise Lasse Sakara ersetzte, bestritten wird. 

„Oddarrang haben ihren eigenen Sound, und ich sehe keine direkten Parallelen mit anderen Bands,“ sagt er. Das neue Album 'Agartha' ist voller Energie und dramatisch, aber es finden sich auch delikate, sehr melodische Intervalle, die sich manchmal in kathartischen Höhepunkten auflösen.

„Oddarrangs Musik ist ziemlich gross geworden,“ stimmt der Schlagzeuger zu. „Ich spiele mit einem grösseren, lauteren Set-Up. Wir haben einige Overdubs benutzt, aber Songs wie Mass I-III wurden mehr oder weniger live gespielt – und es wird gegen Ende ziemlich massiv.“

Dennoch verspricht Louhivuori, dass der Sound des neuen Albums auf der Bühne gut funktioniert. Die Band tourt diesen Herbst in Europa, samt Jazzfestivals in Berlin und London. Louhivuori sagt, dass die meisten Konzerte in „Indieclubs, Crossover-, World Music-, und Experimental Jazz-Lokalen stattfinden. Unser letzter Auftritt dieses Jahr findet im Dezember am We Jazz-Festival in Helsinki statt, und das wird episch!“


Klassik und Rhythmus fliessen zusammen 


Als Kind spielte Louhivuori Geige, Cello und Piano bevor er sich mit neun Jahren dem Schlagzeug zuwandte. Seine Eltern spielten zu Hause hauptsächlich klassische Musik.

„Das war es, was sie spielten, besonders, wenn ich Fieber hatte oder krank war. Es gibt ein paar fantastische Alben, die ich oft hörte, wenn ich krank war: Eines von Kiri Te Kanawa und Palestrina. Immer wenn ich sie höre verfalle ich in einen bestimmten Zustand….entrückt von dieser Welt.“

Louhivuori behält Kontakte zur sinfonischen Welt bei. Er komponiert und führte mit der Jyväskylä Sinfonia ein Schlagzeugkonzert auf, und arbeitete für ein Stück für die Turku Philharmonic mit Verneri Pohjola, dem Ilmiliekki-Trompeter und Ilmaris Bruder, zusammen.

„Es ist ganz anders mit klassischen MusikerInnen zu arbeiten,“ bemerkt Louhivuori. „Ich habe mit Big Bands wie dem UMO Jazz Orchestra zusammengearbeitet, aber das sind RhythmusmusikerInnen, und wir teilen die gleiche Idee von Rhythmus. Das ist bei klassischen MusikerInnen nicht so, davon habe ich viel gelernt. Sie haben eine ganz andere Weise an Rhythmus heranzugehen,“ sinniert er.

„Aber in den Jahren, in denen ich in der Szene war hat sich viel verändert. Als ich in den frühen 2000er Jahren anfing mit klassischen MusikerInnen in meinem Alter zuarbeiten, gab es immer noch diese grosse Kluft. Wir waren zwei Welten, die sich gegenseitig nicht wirklich verstanden. Auf eine Weise machte es das Zusammenarbeiten toll, weil es so bizarr war. Aber in den letzten paar Jahren können wir über dieselben Dinge sprechen, wenn wir uns treffen. Beide Seiten haben sich wirklich verändert.“


Von industriellen Experimenten zu Folkballaden 


Für sein Solodebüt 'Inhale Exhale' tauchte Louhivuori 2008 weit weg vom Konzertsaal in industrielle, gefundene Sounds und senegalesisches Trommeln ein. Zwei Jahre später folgte 'Existence' mit einem helleren, knackigeren Klang, der an elektronische Künstler wie Aphex Twin erinnert. Darin zeigte sich auch einen Sprung nach vorne in Louhivuoris Fähigkeiten als Produzent.

„Der grösste Unterschied mit 'Existence' ist, dass ich es geschafft habe, dass es live funktioniert, zum Beispiel in einer alten Industriehalle am Flow Festival in Helsinki,“ sagt er. „Nach dem ersten Album habe ich eigentlich nur frei improvisierte Konzerte gespielt, die nicht viel mit dem Album zu tun hatten.“

Auf 'Existence' findet sich auch eine Komposition seines damals sechsjährigen Sohnes Emil, dem  das Album auch gewidmet ist. So setzt sich Louhivuoris Tradition mit Familienmitgliedern zusammen zuarbeiten fort.

„Es kann seltsam sein, aber es kann auch das natürlichste der Welt sein. Mit meiner Frau dauerte es einige Jahre bevor wir einen Weg fanden zusammen zu arbeiten. Aber als wir das dann taten, war es wirklich toll.“

Das resultierte in einer Reihe schwedisch-finnischer Folksongs, die von Salokoski und dem Ilmiliekki Quartet aufgenommen wurden, welches Louhivuori 2002 zusammen mit Verneri Pohjola, Tuomo Prättälä und Antti Lötjönen gegründet hat.

„Ilmiliekki ist akustisch, jazzig und sehr empfindsam. Wir können überall spielen, während wir für Oddarrang ein PA-System und einen tatsächlichen Veranstaltungsort benötigen. Ich bin in dieser lustigen, schizophrenen Situation, in welcher es diesen komplett akustischen Teil von mir gibt, wo ich nur Trommeln, ein Schlagzeug brauche, wie mit Ilmiliekki, Olavi Trio und Mats Eilertsen. Und dann habe ich diese andere Seite, das ist Oddarrang, und nun Elifantree und ich solo, die alle einen grossen Sound haben.“

„Diese Welten mögen soundmässig weit voneinander entfernt scheinen. Es ist für mich wichtig, da ich mich nie für das Back Beat-lastige Zeug interessierte. Ich fing damit an, diese kleinen Farben zu mögen und mit Pinseln zu spielen. Nun ist es interessanter Dinge zu probieren, die ich noch nicht gemacht habe. Diese Art von Schlagen ist für mich ein Lernprozess!“


Elifantree und der grosse Beat 


Ein Schritt in diese Richtung war es dieses Jahr Elifantree beizutreten, ein einzigartiges Art-Pop-Trio mit der türkisch-schwedischen Sängerin Anni Elif Egecioglu, und Saxophonist und Keyboarder Pauli Lyytinen. Louhivuori erscheint auf ihrer neuen Single, und tourte im Oktober mit ihnen durch Italien, Schweden und Finnland.

„Pauli und ich haben in anderem Rahmen schon mit Olavi gespielt, es fühlte sich also logisch an ihn zu fragen,“ sagt Egecioglu. „Natürlich spielt es auch eine wichtige Rolle, dass er ein fantastischer Musiker und eine sehr liebenswerte Person ist.“ Er übernahm den Schlagzeugsitz von Tatu Rönkkö, der ging, um die Band Liima zu gründen.

„Tatu und ich sind wirklich gute Freunde, und ich habe viel von ihm gelernt,“ sagt Louhivuori. Und wie so viele Projekte, in welchen er spielt, kann man Elifantree einfach nicht kategorisieren. „Deswegen fühlte es sich so natürlich an, sich ihnen anzuschliessen, weil das mein Leben ist! Es ist genau das, was ich als Soloschlagzeuger und bei Oddarrang tue.“

Wie Egecioglu es sieht, „hat Olavi einen sehr starken Sinn für Melodie und Harmonie, was sich in seinem Spiel zeigt. Er komponiert auch wunderschöne Musik für verschiedenste Situationen. Ich denke, das hebt ihn als Schlagzeuger hervor.“

Denkt Olavi Louhivuori je darüber nach, ob es ein guter Karriereschachzug ist, sich in so vielen Genres zu bewegen – oder kümmert ihn das überhaupt?

Er betrachtet seine nun leere Kaffeetasse.

„Das ist eine gute Frage. Ich denke darüber nach, weil es wichtig ist zu wissen worauf man sich konzentrierten soll und wie.“ Er zögert wieder, und lächelt dann.

„Ich würde mich langweilen nur eine Art von Musik zu spielen. Ich liebe es Verschiedenes zu spielen, und mit den Leuten herum zu hängen. Es geht immer um das Gleichgewicht, Ich will meine eigene Musik machen und das ist das Wichtigste. Aber ich würde niemals aufhören mit all diesen Leuten zu spielen, weil ich es liebe.“

Artikel zum neuen Album.

Oddarrang sind im Herbst 2016 auf Tour und kommen auch nach Deutschland:

02.11 Oddarrang Häkken, Hamburg (DE)
03.11 Berliner Jazzfest: Oddarrang Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne, Berlin
04.11 Oddarrang Unterfahrt, München (DE)

Autor: Wif Stenger ist ein Journalist des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks Finnlands (Yle), und schreibt auch für das Jazz Journal, Monocle, The Guardian und die Deutsche Welle.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Englisch im Finnisch Music Quarterly FMQ.

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