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Interview mit Classical:NEXT Showcase Künstler Kalle Vainio

Dieses Jahr stellt Classical:NEXT ein ganz neues Showcaseprogramm mit dem Titel Re-Staged Showcases vor. Kalle Vainio, der als Project Vaniolla auftritt, wurde ausgewählt ein Showcase zu spielen.

Das Classical:NEXT Showcaseprogramm für 2016 ist nun bekannt und elf Künstler aus der ganzen Welt werden im Mai in Rotterdam auftreten. Dieses Jahr stellt Classical:NEXT ein ganz neues Showcaseprogramm mit dem Titel Re-Staged Showcases vor. Fünf Showcasekonzerte finden ausserhalb des traditionellen Konzertrahmens statt, ausgewählt von Steven Walter vom PODIUM Festival. Kalle Vainio, der als Project Vaniolla auftritt, wurde ausgewählt um ein Re-Staged Showcase zu spielen. Vainio ist ein finnischer Pianist und Komponist dessen Musik von intensivem Minimalismus und nordischen Folkklängen inspiriert ist. 2015 veröffentlichte er sein Debütalbum Animus als Project Vainiolla. Wir haben uns mit Vainio unterhalten – hier folgt das Interview.

Die Longlist der Nominierten für den Clasiscal:NEXT 2016 Innovation Award stehen auch fest, und aus Finnland sind Perttu Pölönens Musiclock und Meidän Festivaali (Our Festival) mit dabei. 


Interview mit Kalle Vainio


Erzählen Sie uns etwas über Ihrem Hintergrund.

Ich wurde in Karkkila, einer kleinen Stadt im Süden Finnlands, geboren. Ich begann mit sechs Jahren Akkordeon zu spielen. Ich spielte für sieben Jahre aber gleichzeitig begann ich herauszufinden, wie man Klavier und Gitarre spielt. Als Teenager entdeckte ich Steve Vai und seine schräge Musik. Ich war davon fasziniert, und wollte etwas Ähnliches erschaffen. Ein schwieriges Unterfangen.

Meine erste Komposition schrieb ich mit der E-Gitarre und ich wollte die Komposition auch aufnehmen. So begann ich mein eigenes Heimstudio zu bauen. Wenn ich mich richtig erinnere nahm ich vier Alben auf, auf welchen ich selbst Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug spielte. Die meisten Stücke basierten auf Improvisation - das ist immer noch eines der wichtigsten Kompositionswerkzeuge, das ich täglich nutze.

Als ich 18 Jahre alt war begann ich zeitgenössische Musik von Aulis Sallinen, Heikki Valpola (ein weiterer Komponist aus Karkkila) und Kimmo Pohjonen zu entdecken. Musik war das einzige, was ich tun wollte und so bewarb ich mich am Folk-Departement der Sibelius-Akademie und wurde aufgenommen. Dort nahm ich meinen ersten Klavier- und Kompositionsunterricht. Ich nahm mein Studium sehr ernst und ich wollte meine Fähigkeiten als Komponist und Künstler zum Besten hin entwickeln. Ich hatte das Glück, ausgezeichnete Lehrer zu haben, die mir genug Herausforderungen stellten und Unterstützung boten. Nach sieben Jahren intensivem Studium schloss ich mit einem Master der Musik ab.




Es ist interessant zu sehen, wie vielseitig der Umfang Ihrer Werke ist: Sie haben Kammermusik geschrieben und für symphonische Orchester komponiert, aber Sie spielen auch in einem Indiepop-Trio und schreiben Musik für Dokumentarfilme. Wie identifizieren Sie sich selbst als Komponist, wenn Sie in so vielen Bereichen arbeiten?

Musik kann viele Dinge sein, aber sie basiert immer auf derselben Sprache. Man muss die Basistechniken der jeweiligen Schreibweise, z.B. für Symphonieorchester, kennen, und dann komponiert man und lernt daraus. Das ist glaube ich das wichtigste. Tatsächlich identifiziere ich mich einfach als Komponist. Ich denke, es gibt eine neue Welle an Komponisten und Künstlern, die Dinge etwas anders angehen. Das ist, weil Musik so einfach zugänglich ist - dadurch atmen Menschen ihren Cocktail an künstlerischen Einflüssen ein.

Das Project Vainiolla konzentriert sich stark auf Minimalismus, und auf dem Album Animus ist das Klavier beinahe das einzige Instrument. Unterscheiden sich die Arrangements an Livekonzerten drastisch von denen auf dem Album?

Ja, ich denke Animus ist hauptsächlich ein Studioalbum, aber wenn ich live auftrete benutze ich moderne Technologien wie einen iPad oder ein kleines Keyboard um die gleiche Atmosphäre wie auf dem Album zu erschaffen. 

Haben Sie verschiedene Methoden um für verschiedene Projekte zu komponieren?

Unbedingt. Wenn ich für andere Musiker komponiere kommt es darauf an, was für eine Art Musiker sie sind. Wenn sie es bevorzugen strikt nach Noten zu spielen, muss alles notiert werden, aber manchmal können Musiker auf Akkordfolgen improvisieren oder einfach mit einer Melodie.


Ihre Musik wird auch in Dokumentarfilmen verwendet und Sie haben für YLE, den finnischen Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, komponiert. Wie gehen Sie Komponieren für visuelle Medien an? Haben Sie weitere Pläne in diesem Bereich?

Ich bevorzuge es, viel Musik in einem kurzen Zeitraum zu kreieren und dann für eine Weile mit diesen Ideen zu spielen. Regisseure waren mit dieser Methode zufrieden, auch weil sie so zu einem frühen Zeitpunkt Demomusik haben, was für den Bearbeitungs- und Schneidprozess von Vorteil ist. Ich habe oft gehört, dass meine Musik bewegte Bilder gut kommuniziert. Ich mag es auch wirklich, Musik für Filme zu kreieren.
 Es ist eine andere Art der Herausforderung und gibt meiner Musik neue Tiefen.

Wie wird das Classical:NEXT Showcase sein? Was sind Ihre Erwartungen für die Veranstaltung?

Es war eine Ehre, dass mein Projekt für die Showcaseserie ausgewählt wurde. Das Re-Staged Showcase ist tatsächlich etwas ganz Neues, und es ist aufregend, das zu sehen und zu erleben. Mein Showcase wird hauptsächlich auf meinem Musikvideo It Flows basieren. Steven Walter (ECHO Preis-Gewinner) organisiert die Präsentationshow, aber ich weiss noch nicht wie es genau sein wird. Ich freue mich wirklich darauf!

Gibt es Pläne mit Ihrer Indiepop-Band WOUD?


Ja, auf jeden Fall. Wir haben ein neues Album aufgenommen, welches später in diesem Jahr erscheinen wird.

An welchen Projekten arbeiten Sie momentan?

Ich unterrichte täglich an verschiedenen Orten wie der Sibelius-Akademie, was einen Grossteil meiner Zeit in Anspruch nimmt. Dennoch bin ich momentan dabei ein neues Project Vainiolla Album namens Metamorphosis abzumischen und zu bearbeiten, und ich komponiere neue Musik für einen Dokumentarfilm. 



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