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Die 69 Eyes sind zurück

Mit dem neuen Album Universal Monsters im Gepäck geht es auf Europatour. Jyrki 69 berichtet im Interview, was es sonst noch zu erzählen gibt.

Am 22. April erschien mit Universal Monsters das 11. Studioalbum der Helsinki Vampires The 69 Eyes. Produziert wurde es von Johnny Lee Michaels in den Bat Cave Studios in Helsinki. Das Album erhielt bereits zahlreiche gute Kritiken, und wurde z.B. vom Orkus-Magazin zum Album des Monats gewählt. Natürlich folgt auf das Album auch eine Europatour. Grund genug, sich mit Jyrki 69 zu unterhalten.

Seit eurem letzten Album sind ein paar Jahre vergangen – was können die HörerInnen von Universal Monsters erwarten?

Es ist ein weiteres 69 Eyes-Album, das Elfte. Ich denke, wir werden dauernd besser. Es fühlt sich wie unser bestes Album an. Es ist ein sorgfältig zusammen gestelltes Packet mit klassischem und zeitlosem Rock’n’Roll von der düsteren Seite, das über gut drei Jahrzehnte in unseren Herzen Gestalt angenommen hat.

Wie seid ihr an das Schreiben des Albums herangegangen?

Wir sind für dieses Album zu unserem alten Produzenten Johnny Lee Michaels zurückgekehrt, mit welchem wir seit gut 15 Jahren nicht mehr zusammengearbeitet haben. Wir haben einen Haufen Songs geschrieben, und er hat jene ausgewählt, die sich in seinem Fledermausgehirn festgesetzt haben, und nun auf dem Album sind.

Ihr macht seit über 20 Jahren Musik, nehmt Alben auf und spielt Konzerte. Wie bleibt ihr aktuell?

Ich habe keine Ahnung! Sogar unsere Fans behandeln das Album in den sozialen Medien, als wären wir noch eine Teenagerlieblingsband, mit einer ähnlichen Aufgeregtheit, Leidenschaft und Verrücktheit. Ich glaube es hat etwas mit unserem Musikstil zu tun: Mysteriöser dunkler Cartoon Rock’n’Roll – die Musik steht für Gefahr, Mysterien und Illusion, welche die Fantasie der Leute beflügeln und uns zu einer unantastbaren Institution machen. Ob wir noch existieren oder nicht spielt keine Rolle mehr – unsere Musik bleibt für immer erhalten.



Was hat sich in den vergangenen 20 Jahren in der Musikindustrie und eurem Schaffen verändert?

Die Party ist vorbei – wir gehören zu den Glücklichen, die das vor zehn Jahren noch erleben durften. Heute machen nur noch die Rock’n’Roll, die immer daran geglaubt haben und es für die richtigen Gründe tun. Das Business ist vorbei, aber die beste Musik wird immer noch mit Herz gemacht. Als wir unser letztes Album herausgebracht haben waren wir noch bei einem multinationalen Label, unsere Singles waren an der Spitze der Radiocharts und unsere Videos wurden in Late Night-Fernsehshows gezeigt. Heutzutage gibt es diese Radiostationen nicht mehr, nur noch einen einzigen Plattenladen im Zentrum von Helsinki, der unser Album verkauft, und keine Fernsehshows mehr, die unsere Videos zeigen. Und bei unserem alten Label haben sie aufgehört unsere Anrufe zu beantworten….

Auf eurer Tour kommt ihr auch in das deutschsprachige Europa, was für euch ein wichtiger Markt ist. Wieso mögen die Deutschen, ÖsterreicherInnen und SchweizerInnen eure Musik so sehr?

Wir haben eine lange Beziehung zu Deutschland, wir haben unsere erste Show ausserhalb Finnlands 1992 auf den Berlin Independence Days im KNAACK Club gespielt. Wir sind seit gut 17 Jahren regelmässig in Deutschland auf Tour. Wir haben eine loyale Fanbase dort, und wir sind den Fans gegenüber loyal, indem wir immer zurückkehren. Wo auch immer man The Ramones und Motörhead verstanden hat, dort werden auch The 69 Eyes ein zuhause finden.

Ihr wart zwischen den Alben fleissig. Ihr habt eine Bar eröffnet, und ein Saftrezeptbuch veröffentlicht. Wie kam es dazu?

Wir alle haben unsere Nebenprojekte: Ich habe meine amerikanische Rockabillyband The 69 Cats, deren Album Transilvanian Tapes veröffentlicht wurde, und die auch in Deutschland auf Tour war. Unser Drummer hat eine 80er-Jahre Hardrock-Partyband namens Local Band, und die anderen spielen Old Skool HC Punk in Kill City. Wenn ihr je auf Besuch in Helsinki seid, könnte es sehr einfach sein jemanden von unserer Band irgendwo auf der Bühne zu sehen. Unser Schlagzeuger ist zudem Radio-DJ beim grössten lokalen Rock-Radiokanal RadioRock und er leitet auch eine Bar namens The Riff. Ich halte mich eher abseits des Rampenlichts, und schreibe Bücher. Ich habe erst gerade ein Gemüsesaftbuch namens Rock’n’Roll Juice veröffentlicht – das hat Spass gemacht. Als nächstes melde ich mich mit einer Sammlung an Kurzgeschichten im Beat-Stil zurück.

Nebst dem Album und der Tour, was steht für euch in Zukunft sonst noch an?

Als Rocker, die wir sind, werden wir wie immer weiter rocken. Vielleicht machen wir eines Tages ein weiteres Album, wer weiss. Da das neue Album unser bisher erfolgreichstes zu sein scheint wenn man die Kritiken und Chartserfolge anschaut, ist es momentan sehr gut ein Helsinki Vampire zu sein.


The 69 Eyes live:


26.04 LKA Langhorn, Stuttgart
27.04 Batschkapp, Frankfurt 
28.04 Zeche, Bochum 
29.04 Gloria, Köln
30.04 PHbclub, 
01.05 Markthalle, Hamburg 



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